Geistig verwirrte Pkw-Insassen händigen Polizei Phantasieausweis aus – jetzt in der Klapsmühle mit drei Gratismahlzeiten. Den Reichsbürgern gefällt es jetzt sehr gut: „Endlich daheim!“

25 Apr
Dienstflagge der Reichsbehörden zur See, Weima...

Dienstflagge der Reichsbehörden zur See, Weimarer Republik. In Gebrauch de facto vermutlich von 1921 bis 1926 (Photo credit: Wikipedia)

Mit einem Phantasieausweis – als Bürger des Staates „Deutsches Reich“ – wurden Montagabend zwei Pkw-Insassen auf der A8 bei Traunstein kontrolliert.
Geistig verwirrte Pkw-Insassen händigen Polizei Phantasieausweis aus – jetzt in der Klapsmühle mit drei Gratismahlzeiten. Den Reichsbürgern gefällt es jetzt sehr gut: „Endlich daheim!“

Am Montagabend kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein auf der Autobahn einen Pkw mit zwei Insassen. Beide händigten neben ihren nationalen Ausweisen auch noch solche des “Deutschen Reichs” aus.

Österreicher hatte zwei Personalausweise dabei

Bei der Kontrolle des Pkw mit deutscher Zulassung auf der A 8 am Montagabend befanden sich zwei Personen in dem Wagen. Der Fahrer, ein 54-jähriger Österreicher, kam der Aufforderung sich auszuweisen sogleich nach. Doch paradoxerweise händigte er zwei Personalausweise aus: einen österreichischen und einen „Personalausweis des Deutschen Reichs“.

„Reichsausweis“ als Phantasiedokument klar erkennbar

Der Mann erklärte den kontrollierenden Beamten, dass der österreichische Ausweis falsch sei und nur der „Reichsausweis“ echt wäre. Dass es sich bei dem „Reichsausweis“ um ein Phantasiedokument handelte, welches selbst hergestellt wurde, war offensichtlich. Des Weiteren überreichte der Fahrer auch noch einen selbst hergestellten Führerschein des „Deutschen Reichs“.

Neben „Reichsausweis“ auch „Reichsführerschein“ dabei

Bei der 46-jährigen Beifahrerin, welche zunächst ihren regulären deutschen Personalausweis aushändigte, wurden in der Handtasche ebenfalls ein solcher Dokumentensatz, bestehend aus einem „Reichsausweis“ und einem „Reichsführerschein“ sowie ein Stempelsiegel des „Reichsland Österreich“ gefunden. Die anschließende polizeiliche Aufarbeitung brachte dann noch einige Überraschungen zu Tage. Kaum auf der Dienstelle angelangt, um den vorliegenden Sachverhalt zu klären, meldeten sich nacheinander telefonisch zwei Damen, welche behaupteten, sie seien von der „Staatsanwaltschaft – Deutsches Reich“ sowie der „Generalstaatsanwaltschaft in Berlin“ und seien mit dem polizeilichen Einschreiten gegen die Fahrzeuginsassen nicht einverstanden.

Vereinigung glaubt an Reichsverfassung der Weimarer Republik

Eine Internetrecherche mit den vorliegenden Informationen zu dieser „illustren“ Gesellschaft ergab, dass es sich bei den „Reichsdeutschen“ um eine Vereinigung handelt, welche der Idee anhängt, dass die Reichsverfassung der Weimarer Republik durch die Wiedervereinigung der DDR mit der BRD, wieder in Kraft getreten sei. Die Phantasieausweise und das Siegel wurden einbehalten, um zu verhindern, dass sie zukünftig im Rechtsverkehr zum Einsatz kommen. Mittels einer Rückverfolgung der eingehenden Anrufe konnten die beiden Anschlussinhaberinnen ausfindig gemacht werden. Nach Rücksprache mit dem „echten“ Staatsanwalt in Rosenheim wird nun gegen die beiden Damen wegen Amtsanmaßung ermittelt.

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